Rückenwind für ein MedTech-Startup aus Thüringen: Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hat der Jenaer Perceptec GmbH bei einem Unternehmensbesuch am Montag, dem 12. Februar 2026, einen Förderbescheid über gut 930.000 Euro aus EU- und Landesmitteln übergeben. Unterstützt wird damit ein Forschungsprojekt zur automatisierten Bestimmung von Fehlsichtigkeiten. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis Juli 2028. Die Gesamtausgaben belaufen sich auf mehr als 1,4 Millionen Euro. Ziel ist es, im Jahr 2027 das erste Medizinprodukt auf der Grundlage dieser Entwicklung zur Marktreife zu bringen.
„Hier in Jena entstehen Lösungen, die das Potenzial haben, Augendiagnostik auf eine neue technologische Stufe zu heben“, sagte die Ministerin. Mit der Unterstützung schon in frühem Stadium unterstreiche das Land erneut seinen wirtschaftspolitischen Fokus auf innovative Gründungen und zukunftsweisende Technologien. Perceptec wurde bereits seit der Vorgründungsphase mit verschiedenen Instrumenten unterstützt – darunter die Gründungsprämie, der Existenzgründerpass, Patentförderung sowie Programme im Rahmen der Technologieförderung FTI-Thüringen. Ein entscheidender Entwicklungsschritt war zudem die öffentliche Beteiligung durch den Thüringer Startup Fonds II (TSF II). Insgesamt belaufen sich die bisherigen Unterstützungsleistungen des Freistaats auf rund 1,3 Millionen Euro.
„Das alles zeigt, dass unser Förderökosystem funktioniert. Thüringen bietet beste Rahmenbedingungen, damit aus guten Ideen und technologischen Neuerungen wirtschaftliche Erfolgsmodelle werden können“, sagte die Ministerin. „So stärken wir Hightech ‚Made in Thüringen‘ und legen den Grundstein für neue, zukunftsträchtige Unternehmen.“
Die Perceptec GmbH wurde 2024 von Dr. Markus Leicht, Dr. Ilka Urban und Nico Trinks in Jena gegründet. Das Startup entwickelt eine automatisierte Lösung zur Bestimmung von Fehlsichtigkeiten. Kern des geförderten Projekts ist ein virtueller Sehtest, der ein eigenständig anwendbares Testverfahren mit moderner 3D-Displaytechnologie kombiniert. Perceptec will damit die Einschränkungen konventioneller Sehtests überwinden, die seit über 100 Jahren als Standard gelten, jedoch platzintensiv sowie zeit-, geräte- und personalaufwändig sind. Die Lösung von Perceptec soll dagegen schnell, platzsparend, kosteneffizient und perspektivisch auch mobil einsetzbar sein – und könnte damit einen niedrigschwelligen Zugang zu präziser Augendiagnostik ermöglichen. Zielmarkt sind zunächst Augenoptiker, Augenärzte und Arbeitsmediziner sowie künftig Apotheken, Gesundheitszentren und Anbieter mobiler Screenings.
„Wir wollen den Sehtest neu denken – digital, flexibel und anwenderfreundlich. Die Förderung des Landes gibt uns die Möglichkeit, unsere Technologie zur Marktreife zu bringen und die klinische Validierung sowie Zertifizierung konsequent voranzutreiben“, sagte Geschäftsführer Dr. Markus Leicht. „Dass wir diesen Weg von Anfang an in Thüringen gehen konnten, war für uns ein großer Standortvorteil.“ Die Innovationsleistung des Unternehmens wurde bereits auch an anderer Stelle gewürdigt: Beim Innovationspreis Thüringen 2025 erhielt Perceptec den Sonderpreis für „Junge Unternehmen“, zudem ist das Unternehmen Preisträger des deutschlandweiten Gründungswettbewerbs „Digitale Innovationen 2025“ des Bundeswirtschaftsministeriums.