In Thüringen werden die Kompetenzen im Bereich der Quantentechnologien gestärkt: Dazu hat Wirtschaftsministerin Colette Boos-John am Donnerstag, dem 12. März 2026, in Meiningen einen Förderbescheid über gut 348.000 Euro an das Unternehmen Aifotec übergeben. Die Mittel fließen in das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „SupraPhot“, in dem Technologien für hochpräzise Einzelphotonendetektoren entwickelt werden sollen. Diese Bauelemente gelten als zentrale Komponenten für künftige Anwendungen in Quantenkommunikation, optischer Messtechnik oder Quantencomputing.
„Quantentechnologien sind ein Schlüssel für Hightech-Anwendungen der Zukunft. Thüringen verfügt in der Photonik über hervorragende wissenschaftliche und industrielle Kompetenzen. Mit unserer Förderung stärken wir die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen und schaffen die Voraussetzungen für mehr Innovation und Wertschöpfung am Standort“, sagte die Wirtschaftsministerin bei der Übergabe.
Im Projekt „SupraPhot“ arbeitet die Aifotec AG mit der supracon AG, dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zusammen. Ziel ist die Entwicklung modularer Detektionssysteme, die einzelne Lichtteilchen – sogenannte Photonen – zuverlässig erfassen können. Die im Projekt entwickelten Technologien sollen langfristig dazu beitragen, integrierte elektrooptische Quantenbauelemente mit industrienahen Fertigungsverfahren kosteneffizient herstellen zu können.
Das Vorhaben wird im Rahmen der Richtlinie FTI-Thüringen TECHNOLOGIE aus EU- und Landesmitteln gefördert. Insgesamt umfasst das Verbundprojekt ein Investitionsvolumen von rund 1,6 Millionen Euro. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es wichtig, in Forschung und Entwicklung zu investieren“, betonte Boos-John. „Innovation ist der Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum und sorgt dafür, dass unsere Unternehmen auch künftig international wettbewerbsfähig bleiben.“
Die Aifotec AG mit Sitz in Meiningen ist ein international tätiges High-Tech-Unternehmen und spezialisiert auf die Entwicklung und Fertigung hochpräziser optischer und photonischer Komponenten für Anwendungen unter anderem in der Telekommunikation, Elektronik und Medizintechnik.
Hintergrund:
Thüringen investiert bereits seit rund zehn Jahren in den Auf- und Ausbau seiner Kompetenzen im Bereich der Quantentechnologien. Einschließlich schon laufender Projekte sind bislang mehr als 30 Millionen Euro Förderung in die Quantenforschung geflossen – darunter an das Innovationszentrum für Quantenoptik und Sensorik (InQuoSens) in Jena und Ilmenau, aber beispielsweise auch an das 2020 in Erfurt eröffnete Quantenapplikationslabor. Mit dieser Förderung konnten Drittmittelprojekte im Umfang von rund 150 Millionen Euro eingeworben werden, etwa im Bereich der Quantenkommunikation. Rund um das InQuoSens, die Universitäten Jena und Ilmenau, das Leibniz-Institut für Photonische Technologien und das Fraunhofer-Institut für Optik und Feinmechanik (Fraunhofer-IOF) in Jena ist ein bundesweit bedeutsames Kompetenzcluster für Quantenphotonik entstanden. Aus diesem Umfeld sind bspw. Ausgründungen wie Quantum Optics Jena oder SpaceOptix hervorgegangen.