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20.04.2026 von Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum

Grundsteinlegung für neues Innovationszentrum: In Weimar wird an der Zukunft des Bauens gearbeitet

Mit der offiziellen Grundsteinlegung haben Ministerpräsident Mario Voigt und Wirtschaftsministerin Colette Boos-John am Montag, dem 20. April 2026, in Weimar gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Elisabeth Kaiser, die Arbeiten für den Neubau eines Technikumsgebäudes für das „Thüringer Innovationszentrum für die Zukunft des Bauens“ (ThIZ-BAU) gestartet. Zur Finanzierung des Vorhabens übergab die Wirtschaftsministerin zudem einen Förderbescheid über knapp 10,6 Millionen Euro an das Institut für Angewandte Bauforschung (IAB Weimar). Die Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) wird zu gleichen Teilen vom Freistaat und vom Bund getragen.  Die Gesamtkosten für den Forschungsneubau belaufen sich auf gut 15 Millionen Euro.

Mit dem ThIZ-BAU entsteht in Weimar ein leistungsfähiges Forschungs- und Transferzentrum für nachhaltiges, ressourcenschonendes und klimafreundliches Bauen. Ziel ist es, innovative Baustoffe und Bauprozesse zu entwickeln und Forschungsergebnisse schneller in die industrielle Anwendung zu überführen. Auf rund 4.300 Quadratmetern bietet die Einrichtung Platz für neue industrienahe Entwicklungen, Demonstrationsvorhaben, Testmöglichkeiten und Untersuchungen auch in großem Maßstab. Der neue Technikumsbau ist Teil der bundesweiten Initiative zum Aufbau des Bundesforschungszentrums für klimaschonendes und ressourceneffizientes Bauen (BFZ) und stärkt gezielt die Rolle Ostdeutschlands als Wissens- und Wirtschaftsregion für nachhaltiges Bauen.

Ministerpräsident Mario Voigt betonte die strategische Bedeutung des Vorhabens: „Gerade im Bauwesen entscheidet sich, wie wir künftig wohnen, arbeiten und wirtschaften – und ob wir unsere Klimaziele erreichen. Mit dem ThIZ-BAU stärken wir Thüringen als Standort für nachhaltige Bauinnovation. In Weimar entsteht ein Zentrum, das Forschung und Praxis konsequent zusammenbringt – vom Labor direkt auf die Baustelle. Hier werden Lösungen entwickelt, die unsere Bauwirtschaft moderner, effizienter und klimafreundlicher machen. Thüringen gestaltet diesen Wandel aktiv – mit Innovation, die im Alltag ankommt. Davon profitieren unsere Unternehmen, unsere Beschäftigten und die Wertschöpfung im ganzen Land.“

Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hob die wirtschaftspolitische Zielsetzung hervor: „Das ThIZ-BAU ist zentrales Projekt einer transformationsorientierten Industrie- und Innovationspolitik. Wir investieren nicht nur in Forschung, sondern in eine anwendungsnahe Infrastruktur, die die Wirtschaft konkret nutzen kann. Gerade kleine und mittlere Unternehmen erhalten hier künftig Zugang zu moderner Forschungsinfrastruktur, können neue Materialien und Verfahren erproben und Innovationen schneller in den Markt bringen.“

Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, unterstrich die überregionale Bedeutung des Vorhabens: „Es ist mir eine große Freude, heute einen Grundstein zu legen, der nicht nur für das Innovationszentrum Bau, sondern auch für das Bundesforschungszentrum in Weimar von großer Bedeutung ist. Mit dem neuen Forschungsgebäude wird der bestehende Weimarer Forschungsverbund gestärkt. Heute und in Zukunft werden hier Wissenschaft, Praxis und Politik zusammengebracht, um den Bau- und Gebäudesektor klimaneutral zu gestalten. Das neue Forschungsgebäude sowie das Bundesforschungszentrum stehen für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen. Weimar steht auch für die Symbiose von Tradition und Zukunftskompetenz und wird damit auch zum Leuchtturm für klimaneutrales Bauen und zeigt, wie Regionen durch kluge Investitionen und Zusammenarbeit wachsen können. Die heutige Grundsteinlegung verdeutlicht die gestiegene Innovationskraft Ostdeutschlands. Vielen Dank an alle, die dieses zukunftsweisende Projekt möglich machen!"

Das ThIZ-BAU bündelt die Kompetenzen dreier starker Partner am Standort Weimar: der Bauhaus-Universität Weimar, der Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA) sowie des IAB Weimar. Gemeinsam decken sie die gesamte Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Entwicklung ab. Mehr als 500 Beschäftigte arbeiten bereits heute in diesem Verbund an zukunftsweisenden Projekten.

Inhaltlich konzentriert sich das Zentrum auf zentrale Zukunftsfelder des Bauens. Dazu zählen alternative Rohstoffe, innovative Bindemittel, Recyclingverfahren, Digitalisierung sowie energieeffiziente und zunehmend elektrifizierte Prozesse. Auch neue Bauweisen – etwa modulare Ansätze oder der Einsatz von 3D-Druck – sowie Konzepte der Kreislaufwirtschaft spielen eine wichtige Rolle. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in marktfähige Lösungen zu überführen und Innovationszyklen deutlich zu verkürzen.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Transfer in die Wirtschaft. Die neue Forschungshalle wird gezielt als Demonstrations- und Transferraum konzipiert, in dem Technologien unter realitätsnahen Bedingungen gemeinsam mit Unternehmen entwickelt und erprobt werden können. Das Vorhaben ist eng mit der Etablierung eines Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen in Weimar verbunden.

Der Bausektor ist von zentraler Bedeutung für Thüringen und Deutschland: Bundesweit erwirtschaftet die Branche einen jährlichen Umsatz von rund 200 Milliarden Euro. In Thüringen entfallen 6,7 Prozent der Bruttowertschöpfung auf das Baugewerbe, das mit rund 2.600 Betrieben und etwa 24.500 Beschäftigten stark mittelständisch geprägt ist. Gleichzeitig zählt die Branche zu den rohstoff- und energieintensivsten Wirtschaftszweigen und steht angesichts steigender Energie- und Materialkosten, knapper werdender Rohstoffe, des Fachkräftemangels sowie ambitionierter Klimaziele vor einem tiefgreifenden Transformationsprozess.