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24.09.2026

"SolarBerry" gewinnt Thüringer Innovationspreis für klimaangepassten Beerenanbau

24.09.2026 / AgraNova Preisverleihung 2026
Innovationspreis der Land- und Ernährungswirtschaft

Klimaschutz, Ertragssicherheit und ein sparsamer Umgang mit Wasser und Fläche in einem Projekt: Mit „SolarBerry“ haben die zupar.energie GmbH aus Erfurt und der Mühlberghof Leefers aus Gebesee gemeinsam einen innovativen Ansatz für einen klimaangepassten Beerenanbau entwickelt. Dafür erhalten die beiden Unternehmen den mit 10.000 Euro dotierten AgraNova-Innovationspreis 2026. Landwirtschaftsstaatssekretär Marcus Malsch übergab die Auszeichnung am Donnerstag, dem 24. September 2026 – am Vorabend der Landwirtschaftsmesse „Grüne Tage Thüringen“ – in Erfurt gemeinsam mit Matthias Wierlacher, Vorstandsvorsitzender der Thüringer Aufbaubank (TAB). Darüber hinaus wurden drei Sonderpreise vergeben

„Innovation in der Landwirtschaft darf kein Selbstzweck sein. Sie muss den Betrieben helfen, unter veränderten wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen erfolgreich zu wirtschaften und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Landwirtschaftsstaatssekretär Marcus Malsch. „SolarBerry setzt genau hier an: Das Projekt verbindet den Schutz empfindlicher Erdbeerkulturen vor Extremwetter mit intelligenter Wassernutzung und der Erzeugung erneuerbarer Energie. Das sichert dauerhaft gute Ernteerträge und nutzt verfügbare Ressourcen effektiv – ein konkreter Beitrag zu einer leistungsfähigen Landwirtschaft.“

Im Rahmen des ausgezeichneten Projekts wird ein integriertes Produktionssystem für einen klimaangepassten Beerenanbau entwickelt. Über den Pflanzen werden transparente Photovoltaikmodule installiert. Sie schützen die Kulturen vor Hagel, Starkregen oder übermäßiger Sonneneinstrahlung und erzeugen gleichzeitig Strom. Die Lichtdurchlässigkeit der Module kann auf die Anforderungen der jeweiligen Kultur abgestimmt werden. Regenwasser wird an den Modulflächen aufgefangen, gespeichert, aufbereitet und anschließend über eine Tröpfchenbewässerung wieder den Pflanzen zugeführt. Sensorik und digitale Steuerungstechnik unterstützen die bedarfsgerechte Bewässerung. Damit verbindet das Projekt Pflanzenbau, Energieerzeugung und Wasserwirtschaft auf derselben Fläche.

Erprobt wird das System derzeit im Rahmen des vom Thüringer Landwirtschaftsministerium geförderten Kooperationsprojekts „Beerenklima“ auf dem Mühlberghof Leefers in Gebesee. Der traditionsreiche Betrieb ist der größte Thüringer Erdbeererzeuger. Die bisherigen Aktivitäten konzentrieren sich daher auf Erdbeerkulturen. Das System kann perspektivisch aber auch auf Himbeeren, Heidelbeeren sowie weitere Obst- und Gemüsekulturen übertragen werden. Die Markteinführung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Die Jury würdigte insbesondere die Kombination aus Agri-Photovoltaik, Regenwassermanagement, digital gesteuerter Bewässerung und klimaangepasster Produktion. Die transparenten Module ermöglichen zugleich eine doppelte Nutzung der Fläche für die Erzeugung von Lebensmitteln und Strom.

Neben dem Hauptpreis wurden weiterhin drei Sonderpreise vergeben:

  • Der mit 3.000 Euro dotierte Sonderpreis der Thüringer Landgesellschaft geht an die Pahren Agrar Verwaltungs- und Vermarktungs GmbH & Co. Produktions KG aus Zeulenroda-Triebes. Ihr Projekt „Next Generation der Milchproduktion“ verbindet Digitalisierung und Künstliche Intelligenz mit Tierwohl und Ressourceneffizienz.
  • Die Z-Architektur eG i.G. aus Weimar erhält den Sonderpreis der Messe Erfurt. Die Auszeichnung umfasst einen Messestand im Wert von 3.000 Euro. Das Projekt will Jumbo-Strohballen als tragendes Material für die Bauwirtschaft nutzbar machen und verbindet damit Landwirtschaft, regional verfügbare Rohstoffe und neue Anwendungen im Bausektor.
  • Ein weiterer, mit 3.000 Euro dotierter Sonderpreis geht an die FluIDect GmbH aus Jena. Sie entwickelte mit „SpheroScan“ einen Online-Biosensor zur mikrobiologischen Echtzeitkontrolle in der Lebensmittelproduktion.

AgraNova wird zum vierten Mal vergeben
Der AgraNova-Innovationspreis wurde erstmals im Jahr 2018 ausgelobt und wird alle zwei Jahre vergeben. Nach dem coronabedingten Ausfall 2020 folgten Preisverleihungen 2022 und 2024; 2026 wird die Auszeichnung damit zum vierten Mal vergeben. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Zusätzlich erhält der Gewinner eine eigens gestaltete AgraNova-Trophäe.

Für den Wettbewerb 2026 wurden 23 Bewerbungen eingereicht. Über den Hauptpreis entschied eine fünfköpfige Jury aus Vertretern des Thüringer Landesamts für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, der Thüringer Landgesellschaft, der Messe Erfurt, des Thüringer Landwirtschaftsministeriums und der Thüringer Aufbaubank.

TAB-Vorstandsvorsitzender Matthias Wierlacher betonte: „Aus einer guten Idee eine erfolgreiche Innovation zu machen, braucht Mut, unternehmerisches Engagement und starke Partner. Der AgraNova Innovationspreis gibt Menschen mit zukunftsweisenden Ideen eine Bühne und macht sichtbar, welches Innovationspotenzial in der Thüringer Land- und Ernährungswirtschaft steckt. Als Förderbank wollen wir dazu beitragen, dass aus guten Ideen konkrete Zukunftsprojekte werden.“

„Unsere Landwirtschaft ist längst auch eine Technologiebranche“, sagte Staatssekretär Malsch. „Sensorik, digitale Steuerung, neue Produktionsverfahren oder Künstliche Intelligenz können dabei helfen, Ressourcen gezielter einzusetzen, Arbeitsabläufe zu erleichtern und Betriebe wettbewerbsfähiger zu machen. Entscheidend ist, dass solche Lösungen aus der Praxis heraus entstehen und dort einen messbaren Nutzen bringen. Genau solche Projekte wollen wir mit AgraNova sichtbar machen.“

Der Freistaat Thüringen fördert seit 2009 gezielt Innovationen in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in Thüringen 64 Innovationsprojekte mit rund 11,5 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln unterstützt. Auch „SolarBerry“ wird im Rahmen des Kooperationsprojekts „Beerenklima“ vom Land gefördert.

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