Gefördert wird der Neuaufbau von Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge.
Gefördert werden:
- öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge der Fahrzeugklasse N3 sowie
- nicht-öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge der Fahrzeugklassen N1, N2, N3, M1, M2 und M3.
Die Erweiterung und Modernisierung bestehender Ladeinfrastruktur sind nicht Gegenstand dieses Förderaufrufs.
Um das Laden von schweren Nutzfahrzeugen zu gewährleisten, sind entsprechend große Park- und Rangierflächen vorzusehen, die mindestens das Laden von Fahrzeugen der EG-Fahrzeugklasse N3 ermöglichen. Der Stellplatz muss mindestens eine Länge von 16,5 m aufweisen. Das Laden anderer Fahrzeuge (z. B. Pkw, Sonderfahrzeuge) ist grundsätzlich möglich, sofern die Anforderungen an die Nutzung im Rahmen des Förderaufrufs eingehalten werden: Die Ladeinfrastruktur muss vorrangig genutzt werden, um Fahrzeuge im Waren- und Güterverkehr zu laden. Dies ist im Wettbewerbsbeitrag mit einer Eigenerklärung zu bestätigen.
Rechtsgrundlage ist die Richtlinie des Freistaats Thüringen zur Förderung der nachhaltigen Mobilität vom 28.07.2026 (Richtlinie „Nachhaltige Mobilität“), Fördergegenstand Nr. 2.2.
Der Förderaufruf konkretisiert und ergänzt die Regelungen der Richtlinie.
Die Förderung erfolgt vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Mitteln aus dem EFRE-Programm 2021–2027.
Das Verfahren erfolgt in zwei Stufen:
- Wettbewerbsverfahren: Einreichung eines Wettbewerbsbeitrags und Auswahl der Vorhaben anhand der Förderintensität in €/kW.
- Förderantrag: Die ausgewählten Teilnehmenden werden anschließend zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert.
Die Einreichung eines Wettbewerbsbeitrags stellt noch keinen Förderantrag dar und begründet keinen Anspruch auf Förderung.
Die Vorhaben werden innerhalb von drei Gruppen getrennt bewertet:
- kleine Unternehmen (KU),
- mittlere Unternehmen (MU),
- sonstige Wettbewerbsteilnehmer, einschließlich kleiner Midcap-Unternehmen.
Für die Rangbildung wird folgende Förderintensität ermittelt:
beantragte Zuwendung in Euro ÷ neu geschaffene bzw. zusätzlich installierte Ladeleistung in kW = Förderintensität in €/kW
Je niedriger die Förderintensität, desto höher ist der Rang des Wettbewerbsbeitrags.
Bei gleicher Förderintensität wird zunächst die höhere insgesamt zu installierende Ladeleistung berücksichtigt.
Bei gleicher Förderintensität und gleicher Ladeleistung wird der Wettbewerbsbeitrag höher eingestuft, der zuerst eingereicht wurde.
Nein.
Der Wettbewerbsbeitrag dient ausschließlich der Teilnahme am Auswahlverfahren.
Er begründet keinen Anspruch auf Förderung.
Erst nach erfolgreicher Auswahl werden die betreffenden Wettbewerbsteilnehmer zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert.
Wettbewerbsbeiträge können innerhalb des im Förderaufruf genannten Einreichungszeitraums über das Thüringer Förderportal eingereicht werden.
Maßgeblich ist der vollständige Eingang des Wettbewerbsbeitrags bei der Bewilligungsbehörde.
Eine Doppelförderung derselben Ausgaben ist ausgeschlossen.
Vorhabensausgaben, für die bereits Zuwendungen aus anderen öffentlichen Förderprogrammen in Anspruch genommen werden, sind grundsätzlich nicht zuwendungsfähig.
Fördermittel aus Bundesprogrammen sind nach Möglichkeit vorrangig in Anspruch zu nehmen.
Nein. Die Förderung erfolgt im Rahmen der verfügbaren Mittel. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
Fragen zum Förderverfahren und zum Förderaufruf können an die Thüringer Aufbaubank (TAB) per E-Mail unter energie-verkehr@aufbaubank.de gerichtet werden.
Bei fachlichen Fragen zur Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge steht die Thüringer Energie- und Greentech Agentur (ThEGA) beratend zur Verfügung: info@mobilitaet.thega.de.
Am Wettbewerb können
- juristische Personen des privaten Rechts, sofern sie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder kleine Midcap-Unternehmen sind,
- natürliche Personen, soweit sie wirtschaftlich tätig sind,
- kommunale Gebietskörperschaften und
- kommunale Unternehmen,
jeweils mit Sitz oder Betriebsstätte in Thüringen teilnehmen.
Für die Einordnung der berechtigten Unternehmen gelten folgende Definitionen:
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind Unternehmen, die die Voraussetzungen des Anhangs I der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) erfüllen. Wesentliche Merkmale sind:
- weniger als 250 Beschäftigte und
- entweder höchstens 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder höchstens 43 Mio. Euro Bilanzsumme.
Bei der Prüfung sind auch bestehende Partner- und verbundene Unternehmen zu berücksichtigen.
Kleine Midcap-Unternehmen sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der Empfehlung (EU) 2025/1099 der Kommission vom 21. Mai 2025 erfüllen. Wesentliche Merkmale sind:
- weniger als 750 Beschäftigte und
- entweder höchstens 150 Mio. Euro Jahresumsatz oder höchstens 129 Mio. Euro Bilanzsumme.
Wichtig: Eine Kommune oder ein kommunales Unternehmen ist nicht allein aufgrund seiner Größe ein KMU. Die KMU-Definition gilt für Unternehmen, also Einheiten, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Kommunen sind daher der Zielgruppe „Kommunen und kommunale Unternehmen“ zuzuordnen und nicht der Zielgruppe der kleinen oder mittleren Unternehmen.
Ja. Für jedes eigenständige Vorhaben ist ein eigener Wettbewerbsbeitrag einzureichen.
Mehrere Wettbewerbsbeiträge eines Wettbewerbsteilnehmers sind grundsätzlich zulässig.
Die mit dem Wettbewerbsbeitrag einzureichenden Unterlagen und Nachweise finden Sie vorab in der Checkliste zum Förderaufruf.
Ja.
Zum Wettbewerbsbeitrag müssen konkrete Angebote oder eine Kostenschätzung für das Vorhaben vorgelegt werden.
Der Fördersatz beträgt grundsätzlich bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Bei mittleren Unternehmen kann der Fördersatz um 20 Prozentpunkte, bei kleinen Unternehmen um 30 Prozentpunkte erhöht werden.
Ja. Die Gesamtausgaben des Vorhabens müssen mehr als 200.000 Euro betragen.
Die maximale Zuwendung beträgt:
- 2.000.000 Euro je Vorhaben,
- 3.000.000 Euro je Vorhaben bei Vorhaben von Gebietskörperschaften.
Die maximale Zuwendung gilt pro Vorhaben nicht pro Wettbewerbsteilnehmer.
Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur steht einem unbestimmten Nutzerkreis zur Verfügung.
Der Zugang muss diskriminierungsfrei möglich sein. Dies gilt insbesondere für Tarife, Authentifizierungs- und Zahlungsmethoden sowie sonstige Nutzungsbedingungen.
Gebühren, die anderen Nutzern als dem Zuwendungsempfänger für die Nutzung der Ladeinfrastruktur in Rechnung gestellt werden, müssen den Marktpreisen entsprechen.
Nicht-öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur steht nicht der Allgemeinheit, sondern einem begrenzten, bestimmten Nutzerkreis zur Verfügung.
Die Nutzung kann insbesondere dem Zuwendungsempfänger selbst sowie einer begrenzten und bestimmten Gruppe Dritter ermöglicht werden, die dem Zuwendungsempfänger namentlich bekannt bzw. von ihm bestimmbar ist.
Beispiele sind feste Transportpartner oder beauftragte Unternehmen.
Nein.
Entscheidend ist nicht, ob sich die Ladeinfrastruktur auf einem privaten Grundstück befindet, sondern wer sie nutzen kann.
Ist die Ladeinfrastruktur einem unbestimmten Nutzerkreis zugänglich, handelt es sich um öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur.
Für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur gelten folgende Mindestanforderungen:
- mindestens 100 kW je Ladepunkt,
- mindestens ein Ladepunkt mit 350 kW oder mehr.
- Um das Laden von schweren Nutzfahrzeugen zu gewährleisten, sind entsprechend große Park- und Rangierflächen vorzusehen, die mindestens das Laden von Fahrzeugen der EG-Fahrzeugklasse N3 ermöglichen. Der Stellplatz muss mindestens eine Länge von 16,5 m aufweisen.
Für nicht-öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur gilt:
- mindestens 11 kW je Ladepunkt.
Die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur sind dem Dokument „Technische Mindestanforderungen an Ladeinfrastruktur“ zu entnehmen.
Der Aufbau der geförderten Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Nutzfahrzeuge ist ausschließlich im Zusammenhang mit der Installation eines intelligenten Energiemanagementsystems förderfähig.
Ein intelligentes Energiemanagementsystem kann insbesondere folgende Funktionen umfassen:
- Lastmanagement,
- Priorisierung von Ladepunkten,
- Einbindung von Batteriespeichern,
- Monitoring des Energieverbrauchs.
Das Energiemanagementsystem soll eine bedarfsgerechte und effiziente Steuerung der Ladeinfrastruktur ermöglichen.
Ja. Für den Betrieb der geförderten Ladeinfrastruktur darf ausschließlich erneuerbarer Strom im Sinne des Art. 2 Nr. 1 der Richtlinie (EU) 2018/2001 verwendet werden. Die Nutzung von erneuerbarem Strom muss über eine Eigenerklärung bestätigt werden.
Die Ladeinfrastruktur ist beim zuständigen Netzbetreiber anzumelden bzw. dessen Zustimmung ist einzuholen, soweit dies nach den geltenden Vorschriften erforderlich ist.
Die technischen Anschlussbedingungen (TAB) des zuständigen Netzbetreibers sind einzuhalten.
Es wird empfohlen, das Netzanschlussbegehren frühzeitig beim zuständigen Netzbetreiber zu stellen und den Kontakt aktiv zu suchen. Sollte der Netzbetreiber nicht oder nur verzögert reagieren, kann im Einzelfall die Bundesnetzagentur als zuständige Stelle eingebunden werden. Unabhängig davon können technische Maßnahmen wie Lastmanagement, Batteriespeicher oder eigene Stromerzeugung dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Netzanschluss zu reduzieren oder Übergangslösungen zu ermöglichen.
Ja. Eine Kombination aus Netzanschluss, Batteriespeicher und eigener Stromerzeugung, beispielsweise einer Photovoltaikanlage, ist zulässig.
Voraussetzung ist, dass die Ladeinfrastruktur insgesamt die beantragte Ladeleistung bereitstellen kann und die technischen Anforderungen des Förderaufrufs erfüllt sind.
Förderfähig sind der erforderliche Netzanschluss bzw. dessen Erweiterung einschließlich Baukostenzuschuss und Batteriespeicher, soweit die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
Eigene Stromerzeugungsanlagen, beispielsweise PV-Anlagen, sind nicht Bestandteil der Förderung.
Ein „Marktpreis“ bzw. „marktüblicher Preis“ ist der Preis, der für eine vergleichbare Leistung unter normalen Wettbewerbsbedingungen üblicherweise verlangt und gezahlt wird.
Dabei orientiert sich der Marktpreis nicht an einem einzelnen Angebot, sondern an der üblichen Preisspanne am Markt.
Maßgeblich sind insbesondere:
- vergleichbare Angebote, beispielsweise hinsichtlich Leistung, Ausstattung und Qualität,
- mehrere Anbieter und ein ausreichender Wettbewerb,
- die aktuelle Marktsituation, beispielsweise Nachfrage oder Verfügbarkeit,
- mögliche regionale Preisunterschiede.
Ein einzelnes Angebot reicht in der Regel nicht aus, um einen Marktpreis zu belegen. Entscheidend ist, dass die angesetzten Preise insgesamt als marktüblich und nachvollziehbar eingeordnet werden können. Das Einhalten des Marktpreises ist über eine Eigenerklärung zu bestätigen.
Mit dem Vorhaben darf grundsätzlich erst nach Bewilligung der Zuwendung begonnen werden.
Als Vorhabenbeginn gilt grundsätzlich der Abschluss eines dem Vorhaben zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages.
Reine Planungen und Genehmigungsverfahren gelten nicht als Vorhabenbeginn.
Unverbindliche Planungen oder das Einholen von Angeboten stellen daher grundsätzlich noch keinen Vorhabenbeginn dar.
Der Bewilligungszeitraum beträgt 36 Monate ab Bekanntgabe des Zuwendungsbescheides.
Das Vorhaben ist innerhalb dieses Zeitraums umzusetzen.
Eine Verlängerung des Bewilligungszeitraums ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich und bedarf der Zustimmung der Bewilligungsbehörde.
Eine Verlängerung kommt insbesondere in Betracht, wenn Verzögerungen eintreten, die der Zuwendungsempfänger nicht zu vertreten hat, beispielsweise:
- Verzögerungen beim Netzanschluss,
- Verzögerungen bei erforderlichen Genehmigungsverfahren,
- Lieferverzögerungen, die der Zuwendungsempfänger nicht beeinflussen kann.
Ein Anspruch auf Verlängerung besteht nicht.
Absehbare Verzögerungen sollten der Thüringer Aufbaubank (TAB) unverzüglich mitgeteilt werden.
Insbesondere bei Verzögerungen durch Dritte, beispielsweise den Netzbetreiber oder Lieferanten, sollten die Gründe und die bisherigen Bemühungen zur Umsetzung des Vorhabens dokumentiert werden.
Änderungen gegenüber dem bewilligten Vorhaben sind der Bewilligungsbehörde frühzeitig mitzuteilen.
Insbesondere Änderungen bei
- der Anzahl der Ladepunkte,
- der Ladeleistung,
- den Standorten,
- der technischen Ausgestaltung oder
- den zuwendungsfähigen Ausgaben
können Auswirkungen auf die Förderfähigkeit bzw. die Höhe der Zuwendung haben.
Eine Änderung sollte daher nicht ohne vorherige Abstimmung mit der Bewilligungsbehörde umgesetzt werden.
Die Auszahlung erfolgt frühestens nach Bestandskraft des Zuwendungsbescheides und wenn alle notwendigen Nachweise vorliegen.
Für jedes Vorhaben ist grundsätzlich höchstens ein Mittelabruf pro Kalenderjahr möglich.
Die Auszahlung erfolgt nachschüssig auf Grundlage der tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen zuwendungsfähigen Ausgaben.
Bei jedem Mittelabruf sind insbesondere die Rechnungen und Bezahlnachweise zu den geltend gemachten Ausgaben vorzulegen.
Darüber hinaus sind die erforderlichen Vergabeunterlagen im EFRE-Portal hochzuladen. Dazu gehören unteranderem:
- Eigenerklärungen,
- Rechnungen,
- Zahlbelege,
- Vergabeunterlagen,
- Klimaverträglichkeitsprüfung mit erstem Mittelabruf,
- Fotodokumentation,
- Publizitätsnachweise mit ersten Mittelabruf.
Für Vorhaben nach Nr. 2.2 beträgt die Zweckbindungsfrist fünf Jahre.
Die Frist beginnt grundsätzlich mit der Abschlusszahlung. Erfolgt die Abschlusszahlung vor Abschluss des Vorhabens, beginnt die Zweckbindungsfrist mit dem Vorhabensende.
Ja. Für Vorhaben nach Nr. 2.2 ist eine Klimaverträglichkeitsprüfung auf Grundlage der einschlägigen Technischen Leitlinien der Europäischen Kommission durchzuführen.
Nein. Die Klimaverträglichkeitsprüfung ist für diesen Förderaufruf nicht Bestandteil des Wettbewerbsbeitrags.
Sie muss spätestens zum ersten Mittelabruf vorliegen. Die Thüringer Energie- und Greentech Agentur (ThEGA) unterstützt die Begünstigten bei der Erstellung.