Leitfaden für integrale Konzepte für Hochwasserschutz

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(25.01.2019) Mit dem Thema Hochwasser wollen und müssen sich, nicht erst seit dem verheerenden Hochwasser 2013, viele öffentliche Kundinnen und Kunden auseinandersetzen. Immer wiederkehrende Hochwasser- und auch Starkniederschlagsereignisse führen die Problematik vor Augen. Der Druck, die Bürgerinnen und Bürger und auch das kommunale Gemeingut zu schützen, wächst.

Hochwasserschutz: Was tun? Woher dafür das Geld nehmen?

Diese beiden Frage stellen sich unwiderruflich. Eine Unterstützung bietet hier das Förderprogramm „Hochwasserschutz und Fließgewässerentwicklung“ im Rahmen der "Aktion Fluss Kommunal" des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Besonders hohe Förderpriorität genießen Vorhaben, die in das Landesprogramm Hochwasserschutz des Freistaates Thüringen aufgenommen wurden und mit einem Risikogewässer im Zusammenhang stehen.

Das Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz (TMUEN 2016), welches im März 2016 erstmalig veröffentlicht wurde, stellt einen umfangreichen Fahrplan für den Hochwasserschutz bzw. für das Hochwasserrisikomanagement in Thüringen dar. Kerngedanke des Programms ist es,integral zu handeln,d. h.,das Hochwasserrisikomanagement als übergreifenden Prozess unter Mitwirkung aller beteiligten Fachdisziplinen, Behörden, interessierten Institutionen und Betroffenen zu verstehen.

Kernelement des Landesprogamms und Fördervoraussetzung stellen dabei die integralen Hochwasserschutzkonzepte dar, um Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zielgerichtet zu platzieren und kosteneffizient umzusetzen

Integrales Hochwasserschutzkonzept - Was verbirgt sich dahinter?

Bei der Beantwortung dieser Frage unterstützt seit Mitte letzten Jahres der „Leitfaden zur Erstellung von integralen Hochwasserschutzkonzepten in Thüringen.“

Der Leitfaden ist eine umfassende Handlungsanleitung für Kommunen, Zweckverbände, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie weitere Beteiligte und Betroffene. Es werden einheitliche fachlich-methodische Grundsätze und Mindestanforderungen für alle zukünftigen integralen Hochwasserschutzkonzepte im Freistaat Thüringen festgelegt.

Integrale Hochwasserschutzkonzepte beinhalten:

  • eine umfangreiche Analyse des aktuellen Hochwasserrisikos,
  • eine Dokumentation und Beurteilung des bestehenden Hochwasserschutzes und
  • geeignete, kosteneffiziente Maßnahmen zur Verringerung des Hochwasserrisikos.

Integrale Hochwasserschutzkonzepte beschränken sich nicht auf die Aspekte und Möglichkeiten des technischen Hochwasserschutzes, sondern betrachten gleichberechtigt die weiteren Handlungsbereiche des Hochwasserrisikomanagements (HWRM) („integral“). Hierzu gehören:

  • der natürliche Wasserrückhalt einschließlich Auenrevitalisierung,
  • die Flächen- und Bauvorsorge,
  • die Informations-, Verhaltens- und Risikovorsorge sowie
  • die Gefahrenabwehr und der Katastrophenschutz.

Sämtliche Phasen der Vorbereitung und Erstellung von integralen Hochwasserschutzkonzepten werden im Leitfaden detailliert erläutert. Damit wird auch für die Kommunen als Auftraggebende verständlich, wie durch die Auftragnehmenden Daten gesammelt, analysiert und ausgewertet werden. Das erforderliche Know-How für eine Beauftragung und fachliche Begleitung wird durch den Leitfaden unterstützt.

Im Ergebnis des integralen Hochwasserschutzkonzeptes sollen konkrete Maßnahmen und Maßnahmenkombinationen stehen, die hinsichtlich des erreichbaren Schutzgrades das bestmögliche Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen,. Dabei werden nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch Maßnahmen der Gefahrenabwehr, des Katastrophenschutzes, und Vorsorgemaßnahmen gelistet und priorisiert.

Mit einem solchen Konzept ist auch für die kommunalen Gremien eine Beurteilung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen möglich.

Quellenangabe:
TLUG 04/2018: „Leitfaden zur Erstellung von integralen Hochwasserschutzkonzepten in Thüringen“

Dieses Förderprogramm passt dazu

Förderung des Hochwasserschutzes und der Fließgewässerentwicklung

Förderung des Hochwasserschutzes und der Fließgewässerentwicklung

Zuschuss
Förderzweck (1)
  • Umwelt / Wasserwirtschaft
Zielgruppe (1)
  • Kommunen / Zweckverband
Kundenbetreuung der Thüringer Aufbaubank (im Bild zu sehen ist das fünfköpfige Beratungsteam).
Kontakt

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