Solar Invest - Förderung des Eigenstromverbrauchs

Hinweis

Ab 01.07.2017 gelten für die Richlinie Solar Invest neue Fördersätze.


Bitte beachten Sie, dass aufgrund der hohen Antragszahlen mit längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen ist.

Was wird gefördert

Die Förderung zielt insbesondere darauf ab, den Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaik zu erhöhen und die Einführung von Mieterstrommodellen voranzutreiben. Des Weiteren sollen Bürgerenergiegenossenschaften bei der Teilnahme am Ausschreibungsverfahren nach dem EEG 2017 unterstützt werden.

Gefördert werden:

  • Neuinvestitionen in Photovoltaikanlagen, sofern der erzeugte Strom der Eigen- oder Direktversorgung dient und der Strom nicht durch ein öffentliches Netz durchgeleitet wird,
  • Neuinvestitionen in stationäre Energiespeichersysteme, die der Speicherung von Strom aus Photovoltaik dienen (Batteriespeicher),
  • Neuinvestitionen, Ersatzinvestitionen in oder Erweiterungen von saisonalen Energiespeichersystemen (Warmwasser-, Kältespeicher, Power to heat-Anlagen),
  • Investitionen zur Realisierung von Mieterstrommodellen (Steuer-, Mess-, Kontroll- und Abrechnungssysteme),
  • Beratungsleistungen zum Thema Mieterstrom (Konzepte, Gutachten, Studien, Wirtschaftlichkeitsberechnungen),
  • Beratungsleistungen zum Thema Ausschreibungsverfahren nach dem EEG in der jeweils gültigen Fassung (Beratungsleistungen, Gutachten, Studien, Wirtschaftlichkeitsberechnungen).

Förderfähig sind:

  • Ausgaben für die Anlagen, einschließlich aller für den ordnungsgemäßen Betrieb notwendigen Systemkomponenten und Zubehör, nebst Installation durch Fachunternehmen,
  • Architekten- und Ingenieurleistungen nach HOAI in Höhe von bis zu 10 % der zuwendungsfähigen Herstellungskosten,
  • Ausgaben für Beratungsleistungen, Studien, Gutachten.

Nicht förderfähig sind:

  • Ausgaben für den Erwerb von Grundstücken und Immobilien,
  • Ausgaben für gebrauchte Wirtschaftsgüter,
  • Ausgaben für bauliche Maßnahmen, bspw. Dachertüchtigung,
  • Ausgaben für Blitzschutzanlagen,
  • Ausgaben für Wirtschaftsgüter, die über Leasing, Mietkauf, Lieferantendarlehen oder sonstige Ratenkaufvereinbarungen finanziert werden,
  • Ausgaben für Miete und Leasing, Finanzierung, Skonti,
  • Ausgaben für Versicherungen und regelmäßig anfallende Verwaltungs- und Betriebskosten,
  • Ausgaben für gesetzlich vorgeschriebene und/oder behördlich angeordnete Maßnahmen,
  • Umsatzsteuer, die der Träger des Vorhabens als Vorsteuer abziehen kann,
  • Eigenleistungen.

Investitionen in Anlagen oder/und Anlagenteile, die Eigenbauanlagen und/oder Prototypen sind, werden nicht gefördert.


Wer wird gefördert

Zuwendungsempfänger können sein

bei Investitionen in Photovoltaikanlagen und Energiespeichersysteme:

  • Kommunen und deren Eigenbetriebe, Zweckverbände
  • Kommunale Unternehmen
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • Wohnungsgenossenschaften
  • Energiegenossenschaften
  • Vereine, gemeinnützige Gesellschaften, Stiftungen
  • Natürliche Personen

bei Beratungsleistungen zum und Investitionen in Mieterstrom:

  • Kommunale Unternehmen
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • Wohnungsgenossenschaften
  • Energiegenossenschaften
  • Gemeinnützige Gesellschaften
  • Stiftungen

bei Beratungsleistungen zum Thema Ausschreibung nach EEG:

  • Bürgerenergiegesellschaften gemäß Definition nach § 3 Nr. 15 EEG 2017

Es gelten die Branchenausschlüsse gemäß Artikel 1 De-minimis-Verordnung.

Voraussetzungen:

  • Das Vorhaben muss in Thüringen durchgeführt werden.
  • Bei der Vergabe von Aufträgen sind die geltenden Vorschriften zum öffentlichen Auftragswesen zu beachten. Bei Anwendung der ANBest-P mit einer Zuwendung ≤ 50.000 EUR kann abweichend bei der Vergabe von Aufträgen die Ziffer 3.1 der ANBest-P zur Anwendung kommen mit der Maßgabe, dass mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote eingeholt werden.
  • Die Anlagen müssen marktfähig sein und den technischen Mindestanforderungen entsprechen.
  • Eine fachgerechte und sichere Inbetriebnahme der Anlage durch eine geeignet Fachkraft muss gewährleistet sein. Der Nachweis ist anhand einer Fachunternehmererklärung auf Basis des Photovoltaikanlagenpasses bzw. Speicherpasses zu führen.
  • Eine Zuwendung in Batteriespeichersysteme kann nur gewährt werden, wenn für die Batterien eine Zeitwertersatzgarantie für einen Zeitraum von mindestens 8 Jahren vorliegt.
  • Enthält die Förderung eine Photovoltaikanlage sind 100 % der erzeugten Energie aus der Photovoltaikanlage selbst zu verbrauchen.
    Bei alleiniger Förderung eines Energiespeichersystems sind mindestens 60 % der erzeugten Energie aus der Photovoltaikanlage selbst zu verbrauchen.
  • Bei Mieterstrommodellen sollte der Mieterstrompreis den günstigsten Strompreis des örtlichen Grundversorgers um mindestens 1 Cent je Kilowattstunde (brutto) unterschreiten.
  • Die Gesamtfinanzierung des Vorhabens muss gesichert sein.


Wie viel wird gefördert

Als vorhabenbezogene, nicht rückzahlbare Anteilsfinanzierung aus Mitteln des Freistaates Thüringen können Zuwendungen auf die zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt werden:

  • für Photovoltaikanlagen ein Zuschuss von bis zu 20 %
    (für Bürgerenergiegenossenschaften: bis zu 40 % für Photovoltaikanlagen und bis zu 50 % für Photovoltaikanlagen in Kombination mit Energiespeicher)
  • für Energiespeicher ein Zuschuss von bis zu 20 %
    (für Bürgerenergiegenossenschaften: bis zu 40 %)
  • für Investitionen in Mieterstrom von bis zu 80 %,
  • für Beratung von bis zu 80 %.

Der maximal mögliche Zuschuss je Vorhaben beträgt 100.000 EUR. Vorhaben, deren Gesamtausgaben unter 1.000 EUR liegen, können nicht gefördert werden.

Die Förderung wird als De-minimis-Beihilfe gewährt.