Thüringer Aufbaubank mit stabilem Ergebnis: Wirtschaft investiert kräftig

Die gute Konjunktur spiegelt sich auch in den Förderbilanzen der Thüringer Aufbaubank wider: Die 2006 geförderten Unternehmen und Institutionen wollen nach Angaben der TAB-Vorstände Matthias Wierlacher und Michael Schneider rund 40 Prozent mehr investieren als im Vorjahr; das Projektvolumen der geförderten Vorhaben erhöhte sich auf etwa 1,7 Milliarden Euro.

Die Bank bewilligte und betreute in der Wirtschaftsförderung insgesamt Zuschüsse und Förderkredite über 354 Mio Euro, das liegt leicht über dem Vorjahresniveau. Schwerpunkte waren insbesondere Investitionen von Industrieunternehmen sowie die Förderung der wirtschaftsnahen Infrastruktur. Auch kleinere Unternehmen in Handwerk, Handel und Dienstleistungsgewerbe investieren mehr. Die Thüringer Aufbaubank steigerte das Fördervolumen im für diese Zielgruppe bestimmten Landesinvestitionsprogramm um ein Drittel auf knapp neun Mio. Euro.

Die von der TAB 2006 finanzierten Unternehmen haben zugesagt, 4.600 Arbeitsplätze (Vorjahr 3.700) zu schaffen und 25.000 (Vorjahr 21.000) zu sichern. Besonders geförderte Branchen sind die Metall-, Nahrungsmittel- , Automobil-, Chemie- sowie die Kunststoffindustrie.

Auch die Wohnungsbauförderung entwickelte sich positiv: Hier bewilligte die Thüringer Aufbaubank insgesamt 70 Mio. Euro. Mit den Fördergeldern werden Bau, Ausbau oder die Modernisierung von 5.600 Wohnungen und Eigenheimen gefördert.

An die Thüringer Wohnungswirtschaft vergab die Thüringer Aufbaubank zusätzlich sogenannte Forward-Darlehen über 189 Mio. Euro; die Unternehmen konnten sich darüber die günstigen Zinsen des Jahres 2006 für die Zukunft sichern.

TAB mit stabilem Jahresergebnis

Der Jahresüberschuss der Thüringer Aufbaubank lag 2006 bei 3,6 Mio. Euro - rechnet man Sondereffekte heraus, liegt das in etwa auf Vorjahresniveau. Positiv auf die Ertragslage wirkte sich ein Anstieg der sonstigen Erträge (+1,4 Mio. Euro) aus; die Bank übernahm für den Freistaat zusätzliche Aufgaben. Dagegen erhöhte sich trotz eines straffen Kostenmanagements zum ersten Mal seit 2001 der Verwaltungsaufwand (einschl. Abschreibungen +1,4 Mio. Euro); die Bank stellte für neue Aufgaben Mitarbeiter ein und musste aufgrund gesetzlicher Regelungen Zuführungen zu Rückstellungen für Altersteilzeit vornehmen.

Die Bilanzsumme der Thüringer Aufbaubank stieg um knapp fünf Prozent auf 1,915 Mrd. Euro - verantwortlich dafür sind insbesondere Zuwächse im Kreditgeschäft.

Neue Förderprodukte für KMU

Für kleine und mittlere Unternehmen kündigte die Thüringer Aufbaubank neue Kreditprodukte an. Für größere Investitionen wird in Ergänzung zu den bewährten Investitionszuschüssen der Bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe (GA) ein neues Darlehensprogramm konzipiert. Die Kredit-Obergrenze von "Thüringen-Dynamik" soll bei zwei Mio. Euro je Antragsteller liegen, die Laufzeit bei zehn Jahren.

Für kleinere Unternehmen ist ebenfalls ein neues Produkt in Planung - Thüringen-Invest. Thüringen-Invest ist vor allem für Handwerker, Dienstleister, den Handel und kleinere Industrieunternehmen bestimmt. Es baut auf dem bewährten Zuschuss des Landesinvestitionsprogramms (LIP) auf und kombiniert diesen mit einem zinsgünstigen Förderkredit. Der Zuschuss kann bis zu 25.000 Euro betragen, der Kredit bis zu 100.000 Euro - so kann die TAB eine Gesamtfinanzierung zu sehr günstigen Konditionen anbieten.

Beide Kreditprodukte sollen über revolvierende Fonds gespeist werden; die Finanzierung wird zu 75 Prozent über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erfolgen. Tilgen die Unternehmen die Kredite, fließt das Geld zurück in den Fonds und steht erneut für die Wirtschaftsförderung zur Verfügung. Für die Förderperiode 2007 bis 2013 soll für beide Programme ein Darlehensvolumen von rund 150 Mio. Euro bereitgestellt werden. Beim Vertrieb der neuen Kreditprodukte setzt die Thüringer Aufbaubank auf die bewährte Zusammenarbeit mit den Thüringer Banken und Sparkassen.

Michael Klughardt
Pressesprecher