Mittelstand setzt auf Förderkredite: Unternehmen wollen mehr investieren

Nr. 01/06 vom 25. Januar 2006

Unternehmen wollen mehr investieren
Mittelstand setzt auf Förderkredite

Erfurt. Kleine und mittlere Unternehmen fragen kräftig die Förderkredite der Thüringer Aufbaubank nach. Im vergangenen Jahr erhöhte sich das zugesagte Kreditvolumen um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro.

"Erfreulich ist, dass die finanzierten Unternehmen kräftig investieren wollen", sagte der TAB-Vorstandsvorsitzende Matthias Wierlacher. Das finanzierte Investitionsvolumen habe sich mit 111 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Bewährt hat sich das im April eingeführte risikogerechte Zinssystem. Seitdem zahlen die Unternehmen einen Zinssatz, der ihrer Bonität bzw. dem Ausfallrisiko entspricht. Damit ist es für die Hausbanken attraktiver geworden, Förderkredite anzubieten - insbesondere auch bei Unternehmen mit einer schwächeren Bonität.

Die finanzierten Unternehmen haben zugesagt, rund 430 Arbeitsplätze und 68 Ausbildungsplätze zu schaffen; 3.200 Arbeitsplätze werden gesichert. Finanzierte Wirtschaftsbereiche sind Handwerk und Industrie mit 32 Prozent, Handel mit 23 Prozent (einschl. KFZ-Handel), 23 Prozent Heilberufe und 10 Prozent Dienstleister. Etwa 42 Prozent der Förderkredite gehen an Existenzgründer.

Die Aufbaubank hatte zum Jahreswechsel 2004/2005 ihr Förderkreditangebot überarbeitet und für neue Zielgruppen geöffnet - aus der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (GuW) wurde GuW Plus. Zielgruppe des Programms sind kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Beschäftigte oder Freiberufler. Finanziert werden können über GuW Plus-Kredite Investitionen, Betriebsmittel, aber z.B. auch der Kauf eines Unternehmens, die Anschaffung eines Warenlagers oder die Umschuldung kurzfristiger Verbindlichkeiten. GuW Plus Kunden können langfristig planen: Die Laufzeit der Kredite beträgt bis zu 20 Jahre. Die Förderdarlehen werden über die Hausbanken beantragt.

Michael Klughardt
Pressesprecher
Telefon 0361 / 7447-26