Förderallianz von Ausgleichsbank und Aufbaubank

Die Wirtschaftsförderung in Thüringen wird noch kundenfreundlicher: Die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) und die Thüringer Aufbaubank (TAB) haben heute in Erfurt eine Förderallianz vereinbart. Wirtschaftsminister Franz Schuster, der Vorstandssprecher der Deutschen Ausgleichsbank Dr. Hans Koban, der TAB-Vorstandsvorsitzende Udo Vorstius und TAB-Vorstandsmitglied Max v. Heckel unterzeichneten in Erfurt einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Gegenstand der Zusammenarbeit ist das neue Förderprogramm "Gründungs- und Wachstumsfinanzierung" (GuW), das drei bestehende Förderprogramme zusammenfaßt.

"Wir bündeln Bundes- und Landesförderung durch eine Kooperation von Deutscher Ausgleichsbank und unserer Aufbaubank, um die Effektivität der Förderung zu steigern und bessere Konditionen anbieten zu können. Zugleich wollen wir mehr Kundenfreundlichkeit und Transparenz bei der Förderung erreichen", sagte Wirtschaftsminister Franz Schuster.
Das neue Programm faßt die Vorteile der Darlehensvariante des Landesinvestitionsprogramms (LIP), des KMU-Darlehensprogramms der Thüringer Aufbaubank sowie des Existenzgründungsprogramms der Deutschen Ausgleichsbank zusammen. Für die Kunden gibt es jetzt nur noch ein Antragsformular und einen Antragsweg. Die Zuschüsse im Landesinvestitionsprogramm bleiben bestehen.

"Die neue Zusammenarbeit ist ein wichtiger Meilenstein für die Wirtschaftsförderung in Thüringen. Das Förderprogramm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung ist ein Kreditprogramm für fast alle Gelegenheiten", erklärte der TAB-Vorstandsvorsitzende Udo Vorstius. Vorstius rechnet bis Juli 2002 mit Darlehenszusagen von etwa 150 Millionen Mark. Anträge im GuW seien ab Juni möglich.

Das Programm wendet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen und Existenzgründer. Die Adressaten der Förderung wurden erweitert: Freiberufler können jetzt GuW-Darlehen ohne Einschränkung nutzen. Bisher waren bestimmte Berufsgruppen wie z.B. Heilberufe von der Förderung ausgeschlossen.

"Mit dem GuW bleibt die hohe Qualität der Thüringer Mittelstandsförderung nicht nur erhalten, sondern wird sogar verbessert. Mit dem neuen Programm wollen wir insbesondere Existenzgründungen initiieren", so der Vorstandssprecher der Deutschen Ausgleichsbank Dr. Hans Koban.

Über das GuW können Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden. Dazu gehören auch immaterielle Investitionen wie der Kauf von Patenten und Lizenzen.
Nach dem 1. Schritt - der Investition in neue Maschinen und Anlagen - helfen Ausgleichsbank und Aufbaubank jetzt auch beim 2. Schritt, der Markterschließung. So können z.B. ein Werbekonzept, der Aufbau eines Vertriebssystems und die Teilnahme an Messen und Ausstellungen über GuW-Darlehen gefördert werden.

Die maximale Förderhöhe im GuW wurde auf zwei Millionen EURO erweitert; sie beträgt bisher im Landesinvestitionsprogramm 256.000 EURO und für Betriebsmittel- und Existenzfestigungskredite 1,54 Millionen EURO.

Das Programm bietet den Kunden viele weitere Vorteile: Hier sind insbesondere die langen Laufzeiten (bis zu 20 Jahre), ein Festzins bis zu zehn Jahren sowie die günstigen Darlehenszinsen zu nennen. Dadurch haben die Unternehmen eine sichere Kalkulationsbasis. Erstmalige Existenzgründer können eine zusätzliche Zinsverbilligung von einem Prozent erhalten. Für die Hausbanken gibt es ebenfalls ein Bonbon: Sie können in bestimmten Fällen eine Haftungsfreistellung von 50 Prozent beantragen. Der Freistaat Thüringen stellt für das GuW in diesem Jahr 10 Millionen Mark Zinszuschüsse bereit.

Die Thüringer Aufbaubank arbeitet seit 1993 in der gewerblichen Mittelstandsförderung in Thüringen. Bisher hat die Bank 7.500 Mittelstandskredite mit einem Gesamtvolumen von 1,66 Milliarden Mark zugesagt.