Thüringer Agrar-Bürgschaftsprogramm

Was wird gefördert

Th. Agrarbürgschaften - 100 Mio. für Thüringer Milchbauern

Der Freistaat Thüringen übernimmt Bürgschaften zur finanziellen Unterstützung landwirtschaftlicher Unternehmen mit Betriebssitz in Thüringen, die durch den anhaltenden Verfall des Milchpreises Probleme haben, ihre Liquidität zu sichern.

Eine Agrar-Bürgschaft kann zur Besicherung von Krediten zur Finanzierung von Betriebsmitteln (einschließlich Avale) gewährt werden. Hierunter zählen auch Programmkredite anderer Förderinstitute.

Wer wird gefördert

  • deren Geschäftstätigkeit zu wesentlichen Teilen (mehr als 25 % der Umsatzerlöse) darin besteht, durch Bodenbewirtschaftung oder durch mit Bodenbewirtschaftung verbundene Tierhaltung pflanzliche oder tierische Erzeugnisse zu gewinnen und die die in § 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) genannte Mindestgröße erreichen oder überschreiten und
  • bei denen der Anteil der Produktionsrichtung Milch am gesamtbetrieblichen Standardoutput mindestens 25 % beträgt.

Voraussetzungen

Bürgschaften können gewährt werden,

  • wenn die Rückzahlung der verbürgten Kredite auf der Grundlage eines tragfähigen Unternehmenskonzeptes und bei einem normalen wirtschaftlichem Verlauf innerhalb der für den Kredit vereinbarten Zahlungstermine zu erwarten ist,
  • wenn werthaltige Sicherheiten zur Aufnahme eines unverbürgten Bankdarlehens nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen,


Wie viel wird gefördert

Verbürgt werden maximal 80 % des Betriebsmittelkredites/Avalbetrages. Es können Bürgschaften von bis zu 1,5 Mio. Euro übernommen werden.

Die Laufzeit der Bürgschaft beträgt längstens 8 Jahre. Bürgschaften für Programmkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder anderer Förderinstitute können mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren zugesagt werden.

Entgelte

Für die Bearbeitung eines Bürgschaftsantrages sowie für die Übernahme von Bürgschaften werden Bearbeitungsentgelte und laufende Bürgschaftsentgelte nach Maßgabe des Entgeltmerkblattes erhoben.

Beihilferecht

Die Bürgschaften können unter Anwendung der Safe-Harbour-Prämien beihilfefrei nach Maßgabe der Mitteilung der Europäischen Kommission über die Anwendung der Artikel 87 und 88 des EG-Vertrags auf staatliche Beihilfen in Form von Haftungsverpflichtungen und Bürgschaften (ABl. C 155/10 vom 20.06.2008 - Bürgschaftsmitteilung) oder als Beihilfe auf Basis der Agrar-De-minimis-Verordnung (EU) Nr. 1408/2013 vom 18.12.2013 (ABl. L 352/9 vom 24.12.2013) zugesagt werden.

Bei Verbürgungen auf Basis der Agrar-Deminimis-Verordnung ist die nach der Agrar-De-minimis-Verordnung geltende maximale Beihilfegrenze von T€ 15 im laufenden sowie in den zwei vorangegangenen Kalenderjahren einzuhalten.